Heilen mit dem Geist – Spiegelartikel

Medizin: Gesundheit durch Meditation und Entspannung
Leitartikel Spiegel Nr. 21/18.5.2013

Bei diesem Artikel über Meditation „Heilen mit dem Geist“ im Magazin Spiegel über die Wirkung von Meditation auf Gesundheit und glücklicherem Leben.

Einleitung
zum Thema (von H.Piron)

Der Begriff Geist wird in unterschiedlicher Weise verwendet. Ich gehe davon aus, dass Geist in diesem Artikel mit Bewusstheit und Bewusstsein verbunden ist. Bewusstheit in dem Sinne, dass man in Kontakt ist mit Körper und Gefühlen sowie mit dem Kern unseres wirklichen Seins, was man in der westlichen Tradition auch als Seele bezeichnet. Das heißt, bewusst in der Gegenwart und nicht mit Gedanken entweder noch in der Vergangenheit oder bereits in der Zukunft zu sein. Bewusstsein ist das, was man in einer Art inneren Bewusstseinsfeldes von Augenblick zu Augenblick wahrnimmt. Dabei ist entscheidend, ob man Einfluss nehmen kann auf das, was man wahrnimmt, oder ob man unbewussten Prozessen mit negativen Gedanken und Ängsten zwanghaft ausgeliefert ist.

Meditation ist Üben von Bewusstheit, d.h. von Gegenwärtigkeit und im Hier und Jetzt zu sein. In diesem Zustand ist man auch in Kontakt mit seinen heilenden Kräften. Dass jetzt Mediziner und vor allem die Gehirnforscher dies erkannt haben und damit der Meditation eine so positive Wirkung auf Gesundheit und das Immunsystem beimessen, ist ein großer wissenschaftlicher Fortschritt, der positiv das Leben jedes einzelnen Menschen verändern kann. Der Wille und die Bereitschaft, endlich zum wirklichen Leben im wahrsten Sinne des Wortes zu erwachen, so hoffe ich, könnte durch diesen zur Praxis von Meditation anregenden Artikel verstärkt werden.

Heilen mit dem Geist – Gesundheit durch Meditation und Entspannung

Zunächst hier der Text unter dem Titel „Heilen mit dem Geist“:

„Hirnforscher entdecken, wie die Seele die Biologie des Körpers verändert und ihm helfen kann, Erkrankungen zu überwinden. Meditieren, Yoga und positives Denken, lange als Esoterik abgetan, erobern die Schulmedizin.“

Im Detail wird zunächst berichtet, wie und mit welchen Ergebnissen Gehirnforscher erkannten, dass Meditieren den Patienten hilft, ihre Aufmerksamkeit zu steuern, um nicht negativen Gedanken und zwanghaftem Grübeln ausgeliefert zu sein. Es wird ein Beispiel beschrieben, wie Meditation die Biologie des Gehirns eines unter Depressionen leidenden Patienten so verändert hat, dass er wieder klar denken kann und nicht mehr ständigem Grübeln ausgeliefert ist.

Man zitiert Friedrich Schiller aus Wallenstein “ Es sei der Geist, der sich den Körper baue“, und führt aus, dass „die Neurowissenschaft Zug um Zug erkennt, wie richtig der Dichter und examinierte Arzt damit lag.“

Zitate aus dem Artikel:

„Die Seele kann den Leib verändern. Diese Erkenntnis befreit die Meditation vom Ruch des Esoterischen. An vielen Universitätskliniken machen Psychologen und Ärzte sich daran, aus dem Buddhismus und dem Hinduismus stammende Meditationstechniken mit der modernen Medizin zu vereinen.“

„Niemand behauptet, man könne Krankheiten gleichsam wegdenken. Jedoch hat das Meditieren einen Einfluss auf die Gesundheit, den Ärzte und Psychologen bisher zu selten nutzten.“

„Meditation für Skeptiker“ ist ein Buch von Ullrich Ott vom Bender Institute oft Neuroimaging der Universität Gießen, aus dem ausführlich zitiert wird, um das Wesen der Meditation zu erklären.

Folgende Zitate stehen unter der Überschrift:

Viele Weg führen zum Selbst

Auszüge:

„Von der Achtsamkeit bis zum Zen reichen die Schulen der Meditation. Stets geht es darum, den Blick nach innen zu richten.“

„Ein ruhiger Ort, eine bequeme flache Körperhaltung und Lust auf Entspannung. Es könnte jetzt losgehen – doch wie geht es genau, das Meditieren? – Auf diese Frage gibt es viele mögliche Antworten, weil eine Vielzahl unterschiedlicher Meditationstechniken existiert. Tai-Chi, Qui Gong, Hatha-Yoga und der Drehtanz der Derwische beinhalten Bewegungen des Körpers. Manche Meditationen aus dem Christentum und dem Buddhismus werden still durchgeführt, aber nicht unbedingt leise. Das Om ist eine Meditationssilbe zum ständigen Wiederholen. Ganz gleich ob bewegt oder reglos, ob laut oder stumm – das Meditieren soll helfen, das eigene Bewusstsein zu verändern…

Wichtig sei es, geistige Ruhe und Gedankenstille zu erfahren. Diesen Zielen kann man sich annähern, indem man seine Aufmerksamkeit auf bestimmte Dinge richtet, auf Meditationsobjekte wie Mantras, Bilder oder eine Kerzenflamme.

Gerade für Anfänger eignet sich der eigene Atmungsvorgang. Dieser laufe zwar automatisch ab, kann laut Ott jedoch sehr leicht bewusst wahrgenommen werden, weil er mit Bewegungen des Zwerchfells und Brustkorbs einhergeht. In Zen-Traditionen zählen Meditierende die Atemzüge; im Yoga trainieren sie Atemtechniken als eigene Übungsstufe; und in christlichen Exerzitien lauschen sie dem eigenen Atmen. Auch andere Übungen zielen darauf ab, den Blick nach innen zu lenken.

Beim „Body-Scan“ etwa wandert die Aufmerksamkeit vom kleinen Zeh bis zum Kopf. Hände und Füße lassen sich punktgenauer wahrnehmen als andere Körperregionen, weil sie besonders dicht mit Nervenfasern versorgt sind.

Die Hände etwa taugen deshalb gut als Anker, der die Aufmerksamkeit festhält. Im Zen werden die Handflächen oft vor dem Bauch so ineinandergelegt, ‚dass sich die Spitzen der Daumen berühren‘, schreibt Ott..Dieses Verankern des Bewusstseins im Körper wirkt Ott zufolge der Überbetonung des Verstandes, der ‚Verkopfung‘ entgegen und führe zu einem ‚inneren Klärungsprozess‘, bei dem Ängste, Wut und Trauer mit der Zeit abnehmen und sich positive Gefühle einstellen.

Eine weitere Herausforderung des Meditierenden besteht darin, den Geist zu beruhigen. Ein Strom von Gedanken, Phantasien, Vorstellungen, Emotionen und Erinnerungen rauscht unentwegt durch den Kopf. Doch indem man die Gedanken beobachtet oder sie gezielt fasst, kann es gelingen, das Tempo herauszunehmen. Das kann bis hin zu mystischen Erfahrungen gehen: Gefühlen grenzenloser Freude, tiefen Friedens, allumfassender Liebe und dem Hauch von Ewigkeit.

Die mit Worten schwer zu beschreibenden Erfahrungen sind das Faszinosum aller Schulen der Meditation.

Vipassana ist die buddhistische Achtsamkeitsmeditation mit dem Ziel. erleuchtet zu werden. Zen ist eine in Japan beliebte Strömung, um ,Satori zu erlangen, ein tiefes Verstehen. Der vom Dalai Lama praktizierte tibetische Buddhismus strebt nach allumfassender Weisheit. Die christliche Mystik hat das Einswerden mit Gott als Ziel und die jüdische Kabbala den Zustand, bei Gott zu sein.

Nüchtern erscheint im Vergleich dazu das Ziel der,,Mindfulness-Based Stress Reduction“, die sich gegenwärtig in der westlichen Medizin ausbreitet; Ängste und Schmerzen sollen nicht bekämpft, sondern angenommen werden.

Welche Meditation am besten zu einem passt, das kann jeder selber ausprobieren. Viele Wege führen zum Selbst.“

Ende der Auszüge


Fazit

Der Artikel beschreibt in sehr vielen Details die wissenschaftlichen Forschungen hinsichtlich der Wirkung der Meditation auf das Gehirn.

Zum Abschluss hier eine Art von Zusammenfassung, die ein wesentliches Ergebnis dieser Forschungen beschreibt:

„Die Meditation wirkt im Gehirn wie ein Jungbrunnen. Sie erhöht die graue Substanz der Gehirnareale, die für Aufmerksamkeit, Konzentration und Erinnerung wichtig sind. Auf diese Weise hilft sie, jenen Zustand zu vermeiden, der als Burnout die Runde macht. Und sie festigt nicht nur das Gehirn, sondern beeinflusst auch Lebensvorgänge im Körper: Das Immunsystem arbeitet besser, der Blutdruck sinkt, die Aktivität der Enzymen steigt.“

Die Ergebnisse dieser Forschungen bestätigen, was regelmäßig Meditierende selbst erfahren.

Vielen Menschen fällt es sehr schwer, regelmäßig zu meditieren, weil gerade dann, wenn man sich hinsetzt, um zur Ruhe zu kommen, die Unruhe zunächst besonders stark ist. Man ist bestürzt, was da unkontrolliert sich im Fluss der Gedanken abspielt. Da muss man durch, man muss lernen, das auszuhalten. Das erfordert Geduld mit sich selbst, Ausdauer und Disziplin. Daran mangelt es vielen. Die Anforderungen des Alltags mit den vielen Aktivitäten scheinen eine höhere Priorität zu haben als einfach da zu sitzen und mit sich in Kontakt zu sein. Aber gerade, um mit diesen Anforderungen besser und stressfreier umzugehen, ist regelmäßiges Meditieren so wichtig und hilfreich. Wem es besonders schwer fällt, sich auf seinen Atem konzentrieren zu können, für den ist das Meditieren besonders wichtig, weil er bereits Burnout-gefährdet ist.

Wer sich vornimmt, regelmäßig zu meditieren, sollte keinen Ehrgeiz haben, es möglichst lange zu tun. Man kann, möglichst am Morgen nach dem Aufstehen, mit ein paar Minuten beginnen. Auch diese wenigen Minuten Meditation haben ihre Wirkung auf den Tag. Nach eigenem Gefühl kann man die Zeit immer mehr verlängern und es nach einigen Wochen oder auch Monaten auf 20-25 Minuten ausdehnen. Die Regelmäßigkeit ist dabei sehr wichtig. Mit der Zeit gehört dann Meditation wie das Zähneputzen und andere Dinge, die man zu Beginn des Tages tut, dazu. Wenn man dies eine Zeit lang ernsthaft und regelmäßig praktiziert, kann man gar nicht mehr anders, weil einem sonst etwas fehlt.

Meditation hat nichts damit zu tun, eine Leistung zu erbringen. Das heißt, so wie es ist, ist es in Ordnung. Man bemüht sich so gut wie man kann und das ist dann perfekt. Es gibt keine andere Bewertung. Und noch etwas Wichtiges: Meditieren soll und wird nach und nach mit Freude verbunden sein, wenn man sie ohne Ehrgeiz praktiziert. Wenn es zur Pflicht wird, die man möglichst rasch erledigen möchte, hat sie wenig Sinn.

Diese Mühen und lohnen sich. Man nimmt nach und nach sich selbst und die Welt anders wahr, positiver und mit besseren Gefühlen. Man fühlt sich nicht nur besser, sondern gewinnt auch an Selbstvertrauen, hat weniger Ängste und mehr Lebensfreude.

Für diejenigen, die mit Meditation (wieder) beginnen oder wieder mehr praktizieren möchten, hier Hinweise auf hilfreiche Literatur, CDs und Meditationszentren:

Retreat und Meditationszentren:

CDs zu Medtation u. Entspannung

  • Meditation für Anfänger
    – CD mit 6 geführten Meditationen und Buch
    Von Jack Kornfield
    Goldmann Verlag ISBN 13:978-3-442-33733-0
  • Stressbewältigung durch die Praxis von Achtsamkeit

    Buch und CD von Jon Kabat-Zinn, gesprochen von Ulrike Kesper-Grossmann
    (Anleitung Body Scanning und Sitzmeditation) ISBN 9783924195571
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